Eine Woche Dänemark: von uralten Kreidefelsen und dem Aufbruch in die Moderne

Die Kreidefelsen von Møns Klint genießen den Schutz als Biosphärenreservat, während Odense, Dänemarks drittgrößte Stadt, als Beispiel für moderne Stadtplanung gelten kann

Mein bisheriges Bild von Dänemark ist mit wenigen Stichworten schnell beschrieben: hygge, flache Landschaften und viel Küste. Die einen lieben es dafür, die anderen schmähen es als Reiseziel für Rentner. Ich habe mich auf einigen Inseln umgesehen und mir mein eigenes Bild gemacht. Zwei Höhepunkte waren dabei: Die scheinbar endlos langen Kreidefelsen von Møns Klint und Odense, Geburtsstadt von Hans Christian Andersen, die deutlich zu erkennen gibt, dass sie die Zukunft in der Moderne sieht. Fazit: Wiederkommen lohnt sich.

Von Insel zu Insel: Lolland, Falster, Møn und Fünen

Doch der Reihe nach. Zum ersten Mal setze ich einen Fuß in Maribo, einem kleinen Ort auf der Insel Lolland auf dänischen Boden. Es ist etwas frisch. Wir sind unterwegs nach Borre auf der Insel Møn, wo wir ein Zimmer in einem B&B mit Meerblick reserviert haben. In Maribo parken wir auf dem Rathausplatz. Das Rathaus ist weiß gestrichen; Treppengiebel schließen das Dach zu beiden Seiten ab. Zwei Reihen von Ahornbäumen säumen den sonst eher kahlen Platz. Für einen Sonntag sind wenig Menschen unterwegs. Das gilt auch für den Søndersø, einen See, der sich vom Ortsrand weit in die Landschaft hinein erstreckt. Auf einer Grünfläche sitzen Menschen an Holztischen und picknicken.

Picknick in Maribo
Picknick in Maribo (Foto: C. Kreutzer)

Auf dem Rückweg werfen wir einen Blick in die „Domkirche“, deren Deckengewölbe und Pfeiler so weiß sind, wie das in dänischen Filmen zu sehen ist. Wir kommen an kleinen Einfamilienhäusern vorbei; einige sind rosa oder gelb gestrichen, andere sind aus roten oder beigefarbenen Ziegelsteinen erbaut. Vor den Häusern wachsen Rosensträucher.

Die Domkirche in Maribo
Die Domkirche in Maribo (Foto: C. Kreutzer)

Unsere nächste Station ist Nykøbing Falster, eine Kleinstadt, die schon auf der nächsten Insel, der Insel Falster liegt. Auch hier sind fast keine Menschen unterwegs. Die Fußgängerzone wirkt wie ausgestorben, die Geschäfte sehen wenig einladend aus. Ich überprüfe mein Dänemarkbild. Es hat viele weiße Flecken, und ich erkenne: es ist – selbstverständlich – nicht alles „hygge“. In einer modernen Bar mit Blick auf den Guldborgsund trinken wir einen Kaffee. Durch die deckenhohen Fensterscheiben scheint die Sonne angenehm warm. Den Gästen am Nachbartisch, einer vierköpfigen Familie, wird ihr Essen serviert: Teller mit Bergen von Pommes frites und Burgern. Ich bin neugierig, wie es weitergeht, was wir auf der Fahrt zu unserem B&B sehen werden. Wir fahren durch die flache, dänische Landschaft: die Straßen meist geradlinig, rechts und links erstrecken sich abgeerntete Felder und Wiesen mit vertrocknetem Gras.

Entlang von strahlend weißen Kreidefelsen

Unser B&B liegt nur wenige hundert Meter von der Ostsee entfernt. Hinter ihm stehen wie auf einer Perlschnur aufgereiht, verlassene Holzstühle da, ausgerichtet auf die Ostsee. Etwas abseits sitzen zwei Frauen mit Weingläsern in den Händen. Wir holen unser Picknick, essen zu Abend und lassen uns währenddessen den Blick über goldfarbenes Gras und Ostsee gefallen.

B&B auf der Insel Møn
Nur wenige Häuser zählt der Ort Borre auf der Insel Møn. Ein B&B gehört dazu (Foto: C. Kreutzer)
Wiesen, Wolken, Meer - Landschaft bei Borre auf der Insel Møn
Wiesen, Wolken, Meer – Landschaft bei Borre auf der Insel Møn (Foto: C. Kreutzer)
Über Borre auf der Insel Møn legt sich die Abendsonne. Das getrocknete Gras erscheint golden
Über Borre auf der Insel Møn legt sich die Abendsonne (Foto: C. Kreutzer)

Als zwei Tage später die Sonne scheint, wandern wir vom B&B los, Richtung der Kreidefelsen von Møns Klint. Sie können es getrost mit den berühmten Felsen auf Rügen aufnehmen. Vom Besucherzentrum führt zunächst ein Holzsteg, später eine breite Holztreppe durch Wald hinab an den Strand. Etwas weiter unten geben die Bäume den Blick frei auf das strahlende Weiß der Klippen. Unten am Strand haben sich um die Treppe herum Schulklassen versammelt. Erst einmal heißt es gucken, staunen, fotografieren. Die Ostsee liegt, wie kann es anders sein, ruhig da.

Kreidefelsen von Møns Klint
Die Kreidefelsen von Møns sind rund sechs Kilometer lang (Foto: C. Kreutzer)

Das Gehen auf den bis zu hühnereigroßen Kieselsteinen bereitet keine Probleme. Was für ein Glück, denn die Klippen erstrecken sich auf einer Länge von etwa sechs Kilometern. Sie wechseln ständig ihr Aussehen: Mal sind sie so weiß wie Deckweiß, mal etwas gelblich, meistens ragen sie hoch hinaus, mal sind sie niedrig. Auf weniger steilen Partien wachsen Bäume. An einigen wenigen Stellen sind die Felsen wohl vor nicht allzu langer Zeit abgebrochen; an den Kanten halten sich die Bäume noch gerade so, sie stehen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Kippe. Man ahnt, dass sie in nicht allzu ferner Zeit ans Rutschen geraten werden. Tatsächlich liegen am Strand immer wieder abgestorbene Baumstämme herum. Im letzten Drittel beleben Schwalben auffällig die Luft. Ihre Nester haben sie in kleinen Vertiefungen in den Klippen befestigt. 2017 hat die UNESCO Møn und einige vorgelagerte Inseln zum Biosphärenreservat erklärt. Nachdem Nordost-Grönland 2019 der Status eines Biospährenreservats wieder aberkannt wurde, kann sich Møn nun als einzige dänische Landschaft mit dieser Auszeichnung schmücken. Wir sind am Ende der Klippen angelangt. Eine Holztreppe führt uns wieder nach oben.

Schloss Liselund
Schloss Liselund auf der Insel Møn (Foto: C. Kreutzer)

Bevor wir durch den Wald oberhalb der Klippen zurückwandern, besichtigen wir den Park von Schloss Liselund.

Odense erlebt einen Modernisierungsschub

Ein weiterer Sprung zur nächsten Insel. Auf Fünen liegt Odense, die drittgrößte Stadt. Laut dänischem Statistik-Amt leben Ende 2020 in ihr gut 200.000 Einwohnerinnen und Einwohner. Vor der Reise hatte ich noch nie etwas von Odense gehört. Daran hatte auch der Umstand nichts geändert, dass der Märchenerzähler Hans Christian Anderson hier geboren wurde. Heute, gut zweihundert Jahre nach seiner Geburt verschafft sich die Stadt mehr und mehr ein modernes Gesicht, denn gebuddelt und gebaut wird viel. Und zwar Interessantes, architektonisch und städtebaulich Anspruchsvolles. Aber, auch hier: der Reihe nach.

Unten Kopfsteinpflaster, oben Schirmhimmel: Gasse in Odense
Unten Kopfsteinpflaster, oben Schirmhimmel: Gasse in Odense (Foto: C. Kreutzer)

Mittwoch am späten Nachmittag herrscht Trubel in den Einkaufsstraßen von Odense. Als wäre es Freitag nach Feierabend, so viele Menschen stehen in Gruppen vor Kneipen und Restaurants herum. Jemandem, der das Shoppen in Geschäften noch mag, wird das Herz aufgehen: Es reiht sich ein individuelles Geschäft ans andere. Leerstände? Fehlanzeige. Wir wenden das Prinzip an, das sich in fremden Städten oft bewährt: immer der Nase nach. Wir kommen vorbei an einer Skulpturengruppe, die unverkennbar das Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ von Hans Christian Andersen darstellt.

Bronzeplastik des Kaisers neue Kleider
Bronzeplastik des Kaisers neue Kleider. In Odense wurde der Märchenerzähler Hans Christian Andersen geboren (Foto: C. Kreutzer)

Nach einiger Zeit landen wir in einer Art riesigen Hof, vor dem Kunstmuseum Brandts, in dessen Wände einst Bekleidung hergestellt wurde. Vor dem Museum hängen – an Ketten befestigt – Holzbänke von einer Decke aus Glasscheiben und Gestänge.

Vor dem Kunstmuseum Brandts hängen ungewöhnliche Schaukeln. Reinsetzen ist fast ein Muss
Vor dem Kunstmuseum Brandts hängen ungewöhnliche Schaukeln. Reinsetzen ist fast ein Muss (Foto: C. Kreutzer)

Wir lassen uns auf einer freien Schaukel nieder, nehmen ein paarmal Schwung und lassen die Beine baumeln, das Museum im Rücken, junge Leute, die etwas trinken und sich unterhalten, vor uns. Die Schaukel – ein idealer Ort für Müßiggang; nicht nur, um die Beine baumeln zu lassen.

Traditionelles Wohnen trifft auf moderne Wohnarchitektur

Wer die Fußgängerzone verlässt und sich Richtung H. C. Andersen Hus begibt, dort durch die kopfsteingepflasterten, autofreien Gassen schlendert, vorbei an traditionellen Häusern, wird am Ende der Gasse „Rosengade“ auf ein interessantes, modernes Wohnensemble treffen: einem dreigeschossigen, über Eck errichteten Bau mit einem parkähnlichen Platz davor. Schon von Weitem vermittelt es einen sehr entspannten Eindruck. Es dämmert bereits, und die meisten Wohnungen leuchten in wohnlich gelbem Licht auf. Vom grauen Anstrich der Fassade hebt es sich kraftvoll ab. Alle drei Etagen sind von durchgehenden Balkonen umgeben, deren Brüstungen abwechselnd aus Gitterstäben und Platten bestehen. Sie geben dem Gebäude eine kleinteilige, gefällige Gliederung. Die Etagen sind über Streben miteinander verbunden. Auch das sorgt für eine angenehme Gliederung.

Modernes innerstädtisches Wohnen in Odense
Modernes innerstädtisches Wohnen Odense. Die Architektur fördert Offenheit und Kommunikation (Foto: C. Kreutzer)

Wer hier lebt, kommt garantiert „runter“. Vom außen vorgelagerten Treppenhaus gelangt man sowohl in die eine als auch in die andere Richtung, keine Türe versperrt den Zugang. Wahrscheinlich ist diese Offenheit nicht zufällig, sondern Programm: Keiner schottet sich ab. Auch der Platz vor dem Gebäude mit Bäumen, Sträuchern, Stauden und Sitzgelegenheiten, Treppenstufen und einer Sandfläche für Kinder zeugt von Offenheit und Kommunikation. Doch dieses Wohnprojekt ist nicht das einzig neue. Nur einmal die Straße überquert und das nächste, diesmal größere und weniger intim wirkende Wohnquartier wartet. Dadurch zu gehen fühlt sich an, wie durch ein Architekturmodell zu gehen. Nicht weil es unfertig wäre, sondern weil hier jemand mit Straßenfluchten, Hausformen und Höhen gespielt hat.

Modernes innerstädtisches Wohnen Neubau
Kürzlich fertiggestellt: modernes innerstädtisches Wohnen (Foto: C. Kreutzer)

Die beigefarbenen Ziegelsteine der Häuser und des Bodenbelags sorgen für Harmonie und Wohlbefinden. Und wäre das nicht genug, schließen sich gleich nebenan Neubauten an, die aber eher gewerblich genutzt sind. In den Erdgeschossen sind Büros, Dienstleistungsbetriebe und Restaurants untergebracht, in den Stockwerken darüber Hotels und, so scheint es, weitere Büros. Auf den Pflastersteinen liegt noch überschüssiger Sand, die Arbeiten sind erst kürzlich fertiggestellt worden.

Eine Baustelle, die neugierig macht: das neue H.C. Andersens Hus

Die Würdigung des Schriftstellers Andersen kommt in seiner Geburtsstadt nicht zu kurz. Neben einer Reihe von Denkmälern, die entweder ihn oder Szenen aus seinen Märchen zeigen, gibt es sein mutmaßliches Geburtshaus. Ein Steinwurf davon entfernt liegt das H.C. Andersen Museum. Direkt neben seinem Geburtshaus kann der Bau eines neuen H.C. Andersen Hus von der Straße aus verfolgt werden. Es wird das derzeitige Museum voraussichtlich im Juni dieses Jahres ablösen. Auf dem Museumsgelände sind mehrere, runde Gebäude verteilt. Schon ihr Rohbau lässt erkennen: Hier entsteht etwas Spektakuläres. Auf Fotos am Bauzaun sieht man, wie es nach der Fertigstellung hier aussehen wird: Die schrägen Dächer sind dicht bewachsen, die Glasfassaden mit einem Geflecht aus hellen Holzstreben bedeckt.

Modell des neuen HC Andersen Hus
Modell des neuen HC Andersen Hus (Copyright: Kengo Kuma & Associates, Cornelius Vöge, MASU planning)

Unter der Erde werden knapp 4.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche liegen. Entworfen hat das Museum ein japanischer Architekt. Lone Weidemann, die als Marketing-Managerin der städtischen Museen tätig ist, berichtet:

„Das neue Museum wird ein völlig neues architektonisches und ausstellungsgestalterisches Erlebnis sein. Mit nur wenigen Artefakten.“

Lone Weidemann, Marketing-Managerin der städtischen Museen von Odense

Große Worte finden sich auf der Website des neuen Museums: „Das Hans-Christian-Andersen-Haus spricht nicht über Hans Christian Andersen, sondern spricht als Hans Christian Andersen“ und „Das Museum soll Gesellschaft, Welt und Stadt der Zukunft zeigen“. Was die Stadt der Zukunft angeht, so meine ich mir schon jetzt das Urteil erlauben zu können: Das ist nicht übertrieben.

Blick in die Vergangenheit

Wir möchten einen Blick in die Vergangenheit Fünens werfen. Nirgendwo ginge das besser als im Freilichtmuseum Das Fünische Dorf. Hierin wurden Häuser und Gebäude aus dem 18. und 19. Jahrhundert zusammengetragen. Das Gelände liegt ganz in der Nähe des Flusses Odense Å, nicht weit vom Zentrum entfernt. Die Sonne scheint und wir machen uns zu Fuß auf den Weg. Unweit der Innenstadt stoßen wir auf die Odense Å, die, wir glauben es kaum, auf einer Strecke von ungefähr vier Kilometern von einer abwechslungsreichen Parkanlage gesäumt wird. Wir erleben Odense von seiner entspanntesten Seite. Es ist Samstagnachmittag, zahlreiche Menschen sind im Park unterwegs, spielen Ballspiele auf den Rasenflächen und genießen die Sonne. Einige haben Tretboote ausgeliehen. Wir passieren eine Gruppe von vier jungen Frauen, die lauthals singen, ganz selbstverständlich, und dabei Sektgläser in den Händen schwenken. Ihre gute Laune steckt an. Auf dem gegenüberliegenden Ufer der Odense Å grenzen die Gärten stattlicher Häuser an den Fluss. In einigen Gärten stehen Sitzgruppen aus Sofas und Sessel lässig am Flussufer. In einem Garten hängt eine zehn, fünfzehn Meter lange Schaukel an einem Baum. Da einmal draufsitzen und schaukeln! Odense ist vielseitig, grün, lebenslustig und so sehr aufgebrochen in die Zukunft – wiederkommen und den Wandel erleben, lohnt sich.

Die neoklassizistische Fassade des Rathauses in Maribo verleiht dem Platz etwas Schmuck
Verleiht dem Platz etwas Schmuck: das neoklassizistische Rathaus in Maribo (Foto: C. Kreutzer)
Kreidefelsen von Møns Klint
Das Gehen auf den bis zu hühnereigroßen Kieselsteinen bereitet keine Probleme (Foto: C. Kreutzer)
Die hohen Kreidefelsen von Møns Klint
Wer unterhalb der Kreidefelsen von Møns Klint spaziert, erlebt Landschaft einmal ganz anders (Foto: C. Kreutzer)
Am Ende der Kreidefelsen von Møns Klint
Am Ende angelangt. Über eine Holztreppe gelangt man schnell zum Schloß Liselund (Foto: C. Kreutzer)
Im Park von Schloss Liselund
Im Park von Schloss Liselund (Foto: C. Kreutzer)
Buchstaben auf Rollen
Buchstaben auf Rollen. Odense zeigt sich verspielt und kreativ (Foto: C. Kreutzer)
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Das neue HC Andersen Hus aus der Schrägsicht (Copyright: Kengo Kuma & Associates, Cornelius Vöge, MASU planning)
Modell des neuen HC Andersen Hus
Das Geländemodell des neuen HC Andersen Hus. Weitere 4.000 Quadratmeter befinden sich unter der Erde (Copyright: Kengo Kuma & Associates, Cornelius Vöge, MASU planning)
Die Welt neu erfahren, das verspricht das neue HC Andersen Hus
Die Welt neu erfahren, das verspricht das neue HC Andersen Hus (Copyright: Kengo Kuma & Associates, Cornelius Vöge, MASU planning)
Landschaft von Fyns Hoved im Nordosten der Insel Fünen
Ist einen Tagesausflug von Odense Wert: Fyns Hoved im Nordosten der Insel Fünen. Siehe Tipps & Links (Foto: C. Kreutzer)
Kleine Segelboote lagern vor Fyns Hoved im Nordosten der Insel Fünen
Kleine Segelboote liegen vor Fyns Hoved (Foto: C. Kreutzer)
Grau zeigt sich in seinen schönsten Tönen: Ein Kahn ankert vor Fyns Hoved
Grau zeigt sich in seinen schönsten Tönen: Ein Kahn ankert vor Fyns Hoved (Foto: C. Kreutzer)
Vom Wind geformte Bäume auf Fyns Hoved
Vom Wind geformte Bäume auf Fyns Hoved (Foto: C. Kreutzer)
Strandvegetation auf dem Kiesstrand von Fyns Hoved
Strandvegetation auf dem Kiesstrand von Fyns Hoved (Foto: C. Kreutzer)

Wer mehr lesen möchte …
In Hans Christian Andersen lediglich den Märchenschriftsteller zu sehen, wird ihm wahrscheinlich nicht gerecht. Er war, so lernt man in Odense, vielfältig begabt. Sich näher mit ihm zu beschäftigen, dürfte einige Überraschungen bergen. Auf der Website des alten H.C. Andersen-Museums ist über ihn zu lesen: „Ungeduldig sehnte er sich immer danach, dort zu sein, wo er nicht war“. Menschen, die leidenschaftlich gerne reisen, erkennen sich darin möglicherweise wieder.

Die Fußgänger- und Radfahrbrücke, die am Hauptbahnhof in Richtung Hafen führt, dürfte auch etwas für Architekturinteressierte sein. Auch in Sachen Mobilität rüstet Odense sich für die Zukunft und verlegt einen Teil des Verkehrs auf die Schiene. In einem Bogen vom Nordwesten über Osten in den Süden baut die Stadt eine Straßenbahnlinie. Und was das Radfahren angeht: In keiner Stadt habe ich bisher so breite Radwege gesehen wie in Odense. Selbst in der Fahrradstadt Münster nicht.

Der Hafen ist nicht sonderlich groß. Man erkennt, dass in ihm in letzter Zeit moderne Hochhäuser entstanden sind, teilweise mit kleinen Wohneinheiten. Wer sich also für das Erschaffen von Wohnraum auf dem Gelände ehemals gewerblich-industriell genutzter Häfen interessiert, kann hierhin einen kurzen Abstecher unternehmen.

Ein Blick über den Tellerrand
Wer sich für eine innovative Stadtplanung interessiert, die alle Facetten eines gesellschaftlichen Zusammenlebens in den Blick nimmt und vor Problemen nicht die Augen verschließt, wird auf der offiziellen Seite der Stadt Interessantes entdecken. Wer die Seiten mit Google öffnet, erhält die Möglichkeit, sie mit einem Klick ins Deutsche übersetzen zu lassen.


Transparenzhinweis Ich finanziere meine Reisen selbst. Für Empfehlungen erwarte und erhalte ich keine Gegenleistung. Ausnahmen kennzeichne ich.


Tipps & Links
Infomaterial
NO 1: Informationen über Møns Klint bietet die Seite über die dänischen Ostseeinseln

NO 2: Viele Informationen über das Unesco-Biosphärenreservat Møn bietet die Seite

NO 3: Wer Odense in Ruhe von drinnen (z.B. in Museen) und draußen erleben möchte, sollte mindestens drei Tage einplanen

NO 4: Freilichtmuseum Fünisches Dorf

Aktiv unterwegs
NO 5: Laut der Website des Geocenters Møns Klint ist im Spätsommer die Milchstraße zu sehen, im Herbst auch die Galaxie Andromeda. Das Geocenter bietet ein umfangreiches Programm für Familien an

NO 6: Website des Kunstmuseum Brandts. Für einen ersten Eindruck kann man mal auf die Seite gehen. Erläuterungen zu den Ausstellungen bietet sie jedoch nicht

NO 7: Website des Hans Christian Andersen Museums, das gerade gebaut wird. Die Baustelle des neuen HC Andersen Museums kann über Webcam beobachtet werden

NO 8: Mit dem Boot zum Freilichtmuseum. In Odense ist das möglich. Die Fahrt dauert 20 Minuten

NO 9: Ob nun zu Fuß oder mit dem Boot zum Freilichtmuseum: Im Museumsshop lohnt es sich, in die Eistruhe zu greifen. Das Eis im Becher aus dänischer Produktion ist göttlich. Egal, ob Frucht- oder Milchspeiseeis

NO 10: Einen schönen Tagesausflug unternimmt, wer von Odense nach Fyns Hoved auf dem nördlichsten Zipfel Fünens fährt und dort einen Spaziergang am Meer entlang unternimmt, vielleicht mit Campingstühlen im Gepäck zum Verweilen. Ideal auch, um Fotos zu schießen. Bietet beschauliche Fotomotive (siehe Fotokarussell). Bilderbuchartig ist die Kirche im Ort Viby Sogn, der auf dem Hin- oder Rückweg gut besucht werden kann. Am Ortsrand steht eine Mühle. Odense – Fyns Hoved: 35 Km

Essen & trinken
NO 11: Ein Smørrebrød im Café Fleuri in Odense ist ein Spektakel für die Augen. Kleines, behagliches Café, der Innenhof ist üppig begrünt

NO 12: Mit einer kleinen, raffinierten Speisekarte wartet das Hotel Møen in Stege auf. Empfehlenswert: Hering auf dreierlei Art. Unglaublich zart! Falls es das Gericht saisonbedingt nicht gibt, so ist es dennoch eine gute Idee, sich in diesem gemütlichen Restaurant nieder zu lassen

Und nun zu Euch, liebe Leserinnen und Leser:
Wer kennt noch andere Ecken auf den Inseln Lolland, Falster, Møn und Fünen? Wer kennt Hans Christian Andersen genauer und seine Art, die Welt zu betrachten?

  1. Sehr schöner Reisebericht! Die Bilder sind sehr schön und mir gefiel besonders die Aufnahme der Storche 🙂 Ich bin schon…


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